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PV-Speicher nachrüsten: Wann lohnt sich ein Speicher für deine bestehende Anlage?

Fast jede bestehende PV-Anlage lässt sich mit einem Speicher nachrüsten. Ob es sich rechnet, hängt aber weniger am Speicher als an deiner Anlage: an dem Jahr, in dem sie in Betrieb ging, und an der Einspeisevergütung, die sie dafür noch bekommt. Dieser Ratgeber zeigt die Vergütung für jedes Inbetriebnahmejahr von 2004 bis 2026, was nach 20 Jahren gilt, was Fachbetriebe für eine Nachrüstung verlangen und was du anmelden musst.

Ein Speicher verschiebt Solarstrom vom Mittag in den Abend. Jede Kilowattstunde, die er liefert, musst du nicht kaufen – aber du speist sie auch nicht mehr ein. Er lohnt sich also nur, wenn dein Strompreis deutlich über deiner Einspeisevergütung liegt. Bei älteren Anlagen mit hoher Vergütung ist das bis zum Ende der Vergütung nicht der Fall; bei Anlagen, deren Vergütung ausgelaufen ist, sehr wohl.

Für meine Anlage rechnen

Dein Inbetriebnahmejahr entscheidet

Die Einspeisevergütung wird bei der Inbetriebnahme festgelegt und gilt dann für das Jahr der Inbetriebnahme und 20 weitere Kalenderjahre (§ 25 Abs. 1 EEG). Für kleine Dachanlagen sah das so aus:

Einspeisevergütung für Dachanlagen der kleinsten Größenklasse
In Betrieb seitVergütung (ct/kWh)gezahlt bis Ende
200457,402024
200554,532025
200651,802026
200749,212027
200846,752028
200943,012029
201039,14 bis 33,032030
201128,742031
201224,43 bis 17,452032
201317,02 bis 13,882033
201413,68 bis 12,592034
201512,56 bis 12,312035
201612,312036
201712,30 bis 12,202037
201812,20 bis 11,592038
201911,47 bis 9,972039
20209,87 bis 8,322040
20218,16 bis 6,932041
20226,83 bis 8,202042
20238,202043
20248,20 bis 8,032044
20258,03 bis 7,862045
20267,86 bis 7,702046

Bis März 2012 Anlagen bis 30 kW, ab April 2012 bis 10 kW; ab 30.07.2022 der Satz für Teileinspeisung. Innerhalb eines Jahres sank der Satz teils monatlich – der genaue Wert hängt am Monat. Quelle: EEG-Vergütungskategorientabelle der Übertragungsnetzbetreiber (abgerufen 2026-10-08).

Daraus folgt eine einfache Regel: Liegt deine Vergütung über dem, was du für eine Kilowattstunde Netzstrom zahlst, kostet dich jede gespeicherte Kilowattstunde Geld. Liegt sie deutlich darunter, spart der Speicher bei jedem Zyklus – ob genug, um seinen Preis zu verdienen, rechnet der Speicher-nachrüsten-Rechner für deine Anlage aus.

Was nach 20 Jahren gilt

Läuft die feste Vergütung aus, gilt die Anlage als „ausgefördert". Für sie wird der Jahresmarktwert Solar gezahlt, höchstens 10 Cent pro Kilowattstunde (§ 23b EEG), abzüglich eines jährlich veröffentlichten Abzugsbetrags – und zwar bis Ende 2032 (§ 25 Abs. 2 EEG). Das gilt für Anlagen bis 100 kW, die vor 2021 in Betrieb gingen.

Zuletzt veröffentlicht: Jahresmarktwert Solar 2025 4,508 ct/kWh, Abzugsbetrag 2026 0,228 ct/kWh – zusammen rund 4,28 ct/kWh. (Marktwertübersicht, Abzugsbetrag, abgerufen 2026-10-08.)

Für ausgeförderte Anlagen wird Eigenverbrauch damit wertvoller als Einspeisung – genau die Situation, in der ein Speicher seine Kosten wieder einspielen kann. Wer eine Anlage mit Vergütungsende in den nächsten Jahren hat, sollte deshalb nicht nur auf heute schauen: Der Rechner rechnet Jahr für Jahr mit dem Satz, der dann gilt. Was beim Vergütungsende automatisch passiert und welche Wege es gibt, steht im Ratgeber PV-Anlage nach 20 Jahren.

AC oder DC: Wie wird nachgerüstet?

AC-gekoppelt heißt: Der Speicher bekommt einen eigenen Batteriewechselrichter und hängt am Hausnetz neben deiner bestehenden Anlage. Dein alter Wechselrichter bleibt, egal welcher Hersteller. Das ist der übliche Weg bei Nachrüstungen. Der Preis dafür: Der Strom wird einmal mehr umgewandelt, ein Teil geht dabei verloren.

DC-gekoppelt heißt: Ein Hybrid-Wechselrichter versorgt Module und Speicher gemeinsam. Das wandelt weniger um, ersetzt aber deinen bestehenden Wechselrichter. Sinnvoll ist das vor allem, wenn der alte Wechselrichter ohnehin getauscht werden muss.

Welche Variante passt, hängt an deinem Wechselrichter, seinem Alter und dem Platz im Zählerschrank – das gehört in jedes Angebot.

Welche Speichergröße ist sinnvoll?

Ratgeber nennen oft eine Faustregel wie „eine Kilowattstunde Speicher pro Kilowatt-Peak". Ein Speicher kann aber nur speichern, was mittags übrig bleibt, und nur abgeben, was du abends verbrauchst. Ab einer bestimmten Größe wird er im Sommer nicht mehr leer und im Winter nicht mehr voll – jede weitere Kilowattstunde kostet dann mehr, als sie bringt.

Wo diese Grenze bei dir liegt, hängt an Anlagengröße, Ausrichtung und Tagesablauf. Der Rechner vergleicht deshalb fünf Größen nebeneinander und zeigt, bei welcher sich der Speicher am ehesten bezahlt macht.

Was kostet es, einen Speicher nachzurüsten?

Fachbetriebe veröffentlichen für einen nachgerüsteten Speicher mit rund 10 kWh einschließlich Montage diese Preisspannen (abgerufen 2026-10-08):

Nachrüstpreise laut Fachbetrieben, inklusive Montage
FachbetriebSpeicherPreisspanne
SW Projektentwicklung (Schwäbisch Hall)10 kWh5.000 – 8.000 €
M&M Solar Bamberg10 kWh6.500 – 11.000 €
Sonnenenergie Bielefeld10 kWh7.000 – 12.000 €
WIDMANN Energietechnik (Neuenstadt am Kocher)10 kWh8.000 – 12.000 €

Umgerechnet liegen die Mittelwerte zwischen 650 und 1.000 € pro Kilowattstunde, der mittlere bei 913 €. Mit diesen drei Werten rechnet der Rechner – und mit deinem eigenen Angebot, wenn du schon eines hast. Kleine Speicher kosten pro Kilowattstunde oft mehr. Muss der Zählerschrank erweitert werden, kommt das dazu. Bis zu welchem Preis pro kWh sich ein Speicher überhaupt bezahlt macht, steht im Ratgeber Speicher nachrüsten: Kosten und Grenzpreis.

Umsatzsteuer: Für die Lieferung und die Installation von Speichern, die Solarstrom speichern, gilt unter den Bedingungen des § 12 Abs. 3 Nr. 1 und 4 UStG ein Steuersatz von 0 Prozent – unter anderem bei Anlagen auf oder an Wohngebäuden. Ein Angebot mit 19 Prozent Umsatzsteuer auf den Speicher solltest du deshalb nachfragen.

Was du anmelden musst

Ein Stromspeicher ist im Sinne der Marktstammdatenregisterverordnung eine eigene „Einheit" (§ 2 MaStRV) und muss als Betreiber innerhalb eines Monats nach der Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister registriert werden (§ 5 Abs. 1 und 5 MaStRV). Das gilt auch dann, wenn deine PV-Anlage dort schon eingetragen ist. Frag deinen Fachbetrieb, ob er die Registrierung und die Meldung an den Netzbetreiber übernimmt.

Gibt es eine Förderung?

Wir haben 2026 kein Programm eines Bundeslandes gefunden, das die reine Nachrüstung eines Speichers an einer bestehenden Anlage bezuschusst. Programme, die Speicher fördern, setzen meist eine neue PV-Anlage voraus. Was an deinem Ort gilt, prüft der Förderrechner. Dauerhaft gilt bundesweit der Nullsteuersatz oben.

Kurz-Checkliste vor dem Angebot

  • Inbetriebnahmejahr und Vergütung kennen – und wann sie endet.
  • Jahresverbrauch aus der letzten Abrechnung bereitlegen.
  • Wechselrichter-Modell notieren: AC-Nachrüstung oder Hybrid-Tausch?
  • Fragen, ob der Zählerschrank erweitert werden muss und was das kostet.
  • Auf 0 Prozent Umsatzsteuer für Speicher und Installation achten.
  • Registrierung im Marktstammdatenregister binnen eines Monats einplanen.

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Rechtsgrundlagen im Wortlaut

§ 25 Abs. 1 EEG
Marktprämien, Einspeisevergütungen oder Mieterstromzuschläge sind jeweils für die Dauer von 20 Jahren zu zahlen […] Bei Anlagen, deren anzulegender Wert gesetzlich bestimmt wird, verlängert sich dieser Zeitraum bis zum 31. Dezember des zwanzigsten Jahres der Zahlung. Abgerufen 2026-10-09.
§ 23b EEG
Bei ausgeförderten Anlagen ist als anzulegender Wert […] der Jahresmarktwert anzuwenden, […] ab dem Kalenderjahr 2023 höchstens jedoch 10 Cent pro Kilowattstunde. Abgerufen 2026-10-09.
§ 25 Abs. 2 EEG
Abweichend von Absatz 1 ist die Einspeisevergütung […] bei ausgeförderten Anlagen bis zum 31. Dezember 2032 zu zahlen. Abgerufen 2026-10-09.
§ 2 MaStRV
„Einheit“ jede und jeder ortsfeste […] Stromspeicher Abgerufen 2026-10-09.
§ 5 Abs. 1 und 5 MaStRV
Betreiber müssen ihre Einheiten, ihre EEG- und KWK-Anlagen im Marktstammdatenregister registrieren. […] Registrierungen nach Absatz 1 Satz 1 müssen im Fall von Einheiten und EEG-Anlagen innerhalb eines Monats nach der Inbetriebnahme erfolgen Abgerufen 2026-10-09.
§ 12 Abs. 3 Nr. 1 und 4 UStG
Die Steuer ermäßigt sich auf 0 Prozent für die folgenden Umsätze: 1. die Lieferungen von Solarmodulen an den Betreiber einer Photovoltaikanlage, einschließlich der für den Betrieb einer Photovoltaikanlage wesentlichen Komponenten und der Speicher, die dazu dienen, den mit Solarmodulen erzeugten Strom zu speichern […] 4. die Installation von Photovoltaikanlagen sowie der Speicher, die dazu dienen, den mit Solarmodulen erzeugten Strom zu speichern Abgerufen 2026-10-09.