PV-Speicher nachrüsten: Was kostet es – und ab welchem Preis lohnt es sich?
Für einen nachgerüsteten Speicher mit 10 kWh nennen Fachbetriebe 5.000 bis 12.000 € einschließlich Montage. Ob sich das rechnet, hängt nicht am Gesamtpreis, sondern am Preis pro Kilowattstunde – und an deiner Anlage. Hier stehen die Preise mit Quellen und die Grenze, ab der ein Speicher sich in 10 Jahren nicht mehr bezahlt macht.
Fachbetriebe verlangen rund 650 bis 1.000 € pro kWh Speicherkapazität, im Mittel 913 €. In unseren acht Beispielen macht sich ein Speicher in 10 Jahren nur bezahlt, wenn er höchstens 448 bis 840 € pro kWh kostet. Zum mittleren Marktpreis lohnt er sich in keinem der Beispiele – zum günstigen in einigen. Hast du ein Angebot? Dann rechne mit deinem Preis nach.
Was Fachbetriebe verlangen
Diese Preisspannen veröffentlichen Fachbetriebe für einen nachgerüsteten Speicher mit rund 10 kWh, einschließlich Montage (abgerufen 2026-10-08):
| Fachbetrieb | Speicher | Preisspanne | Pro kWh (Mitte) |
|---|---|---|---|
| SW Projektentwicklung (Schwäbisch Hall) | 10 kWh | 5.000 – 8.000 € | 650 € |
| M&M Solar Bamberg | 10 kWh | 6.500 – 11.000 € | 875 € |
| Sonnenenergie Bielefeld | 10 kWh | 7.000 – 12.000 € | 950 € |
| WIDMANN Energietechnik (Neuenstadt am Kocher) | 10 kWh | 8.000 – 12.000 € | 1.000 € |
Aus den Mittelwerten ergeben sich die drei Preise, mit denen auch unser Rechner arbeitet: günstig 650 €, mittel 913 € und teuer 1.000 € pro kWh. Kleine Speicher kosten pro Kilowattstunde oft mehr als große, weil Montage und Anschluss ähnlich viel Arbeit machen.
Was im Preis steckt – und was dazukommen kann
- Umsatzsteuer: 0 Prozent. Lieferung und Installation von Speichern, die Solarstrom speichern, sind unter den Bedingungen des § 12 Abs. 3 Nr. 1 und 4 UStG steuerfrei – unter anderem bei Anlagen auf oder an Wohngebäuden. Steht im Angebot 19 Prozent auf dem Speicher, frag nach.
- Wechselrichter: Ein AC-gekoppelter Speicher bringt seinen eigenen mit und lässt den alten Wechselrichter in Ruhe; ein DC-gekoppelter braucht einen Hybrid-Wechselrichter. Welche Variante zu deiner Anlage passt, steht im Abschnitt AC oder DC.
- Zählerschrank: Ob er erweitert werden muss, kann nur der Fachbetrieb vor Ort sagen. Lass dir diesen Posten im Angebot getrennt ausweisen – sonst kannst du zwei Angebote nicht vergleichen.
- Anmeldung: Der Speicher ist eine eigene „Einheit" (§ 2 MaStRV) und muss innerhalb eines Monats nach der Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister eingetragen werden (§ 5 Abs. 1 und 5 MaStRV). Das kostet nichts, aber frag, ob der Fachbetrieb es übernimmt.
Warum ein Speicher so günstig sein muss
Ein Speicher spart nur, wenn er Strom verschiebt: Was er am Abend liefert, musst du nicht kaufen – dafür speist du es mittags nicht mehr ein. Jede Kilowattstunde aus dem Speicher spart also ungefähr Strompreis minus Einspeisevergütung. Und er kann nur so oft laden, wie die Sonne Überschuss liefert.
Ein Beispiel aus unseren Rechnungen: Ein 5-kWh-Speicher an einer 8-kWp-Anlage aus 2016 mit 3.500 kWh Verbrauch macht rund 264 volle Ladezyklen im Jahr. In 10 Jahren fließen so etwa 13.185 kWh durch ihn. Kostet er 913 € pro kWh, also 4.565 €, kostet jede gespeicherte Kilowattstunde rund 35 Cent. Sie spart aber nur rund 25 Cent (37 Cent Strompreis minus 12,31 Cent Vergütung). Jede gespeicherte Kilowattstunde kostet also mehr, als sie spart. Diese Faustrechnung lässt Wirkungsgrad und Alterung weg; der Rechner rechnet beides mit – und kommt zum selben Ergebnis.
Bis zu welchem Preis lohnt es sich?
Wir haben acht typische Fälle mit unserem Rechner durchgerechnet: eine 8-kWp-Anlage in Nürnberg, nach Süden, normales Schrägdach, ohne Verschattung, Strompreis 37 Cent; der Haushalt ist vor allem morgens und abends zu Hause. Die Tabelle zeigt, was der Speicher höchstens pro kWh kosten darf, damit ihn die Ersparnis in 10 Jahren bezahlt.
| Anlage seit | Verbrauch | 5 kWh lohnt bis | 10 kWh lohnt bis |
|---|---|---|---|
| 2006 | 3.500 kWh | 770 € | 469 € |
| 2006 | 5.000 kWh | 840 € | 587 € |
| 2012 | 3.500 kWh | 448 € | 272 € |
| 2012 | 5.000 kWh | 488 € | 341 € |
| 2016 | 3.500 kWh | 523 € | 318 € |
| 2016 | 5.000 kWh | 570 € | 399 € |
| 2022 | 3.500 kWh | 664 € | 404 € |
| 2022 | 5.000 kWh | 723 € | 506 € |
Grün: über dem günstigsten Marktpreis von 650 €/kWh. Gerechnet am 2026-10-13 mit dem Speicher-nachrüsten-Rechner (Ertrag aus PVGIS, Einspeisevergütung des Inbetriebnahmejahres, danach die Anschlussvergütung bis 2032 und ab 2033 keine Vergütung, weil das Gesetz dafür heute nichts vorsieht). Strompreis nach BDEW-Strompreisanalyse August 2026, S. 2.
Was die Tabelle zeigt:
- Kleine Speicher lohnen eher als große. Die ersten Kilowattstunden werden fast jeden Tag voll genutzt, weitere immer seltener.
- Anlagen mit auslaufender oder niedriger Vergütung lohnen eher. Bei Anlagen aus 2006 (Vergütung endet 2026) und aus 2022 (6,83 Cent) kostet eingespeister Strom wenig – der Speicher hat mehr zu verdienen. Mehr dazu im Ratgeber PV-Anlage nach 20 Jahren.
- Mehr Verbrauch hilft. Mit 5.000 statt 3.500 kWh steigt der Grenzpreis in jedem Fall.
So prüfst du ein Angebot
- Preis durch die nutzbare Kapazität teilen – das ist dein Preis pro kWh.
- Prüfen, ob 0 Prozent Umsatzsteuer berechnet sind.
- Zählerschrank und Wechselrichter als eigene Posten ausweisen lassen.
- Nach Garantie in Jahren und in Ladezyklen fragen.
- Kapazität und Preis aus dem Angebot in den Rechner eingeben – er sagt dir, ob und wann es sich für deine Anlage rechnet.
Eine Förderung nur für das Nachrüsten eines Speichers haben wir 2026 in keinem Bundesland gefunden (Details).
Rechtsgrundlagen und Quellen im Wortlaut
- § 12 Abs. 3 Nr. 1 und 4 UStG
- Die Steuer ermäßigt sich auf 0 Prozent für die folgenden Umsätze: 1. die Lieferungen von Solarmodulen an den Betreiber einer Photovoltaikanlage, einschließlich der für den Betrieb einer Photovoltaikanlage wesentlichen Komponenten und der Speicher, die dazu dienen, den mit Solarmodulen erzeugten Strom zu speichern […] 4. die Installation von Photovoltaikanlagen sowie der Speicher, die dazu dienen, den mit Solarmodulen erzeugten Strom zu speichern Abgerufen 2026-10-09.
- § 2 MaStRV
- „Einheit“ jede und jeder ortsfeste […] Stromspeicher Abgerufen 2026-10-09.
- § 5 Abs. 1 und 5 MaStRV
- Betreiber müssen ihre Einheiten, ihre EEG- und KWK-Anlagen im Marktstammdatenregister registrieren. […] Registrierungen nach Absatz 1 Satz 1 müssen im Fall von Einheiten und EEG-Anlagen innerhalb eines Monats nach der Inbetriebnahme erfolgen Abgerufen 2026-10-09.
- BDEW-Strompreisanalyse August 2026, S. 2
- Der durchschnittliche Strompreis für Haushalte ist 2026 im Vergleich zum Vorjahr gesunken und beträgt bisher durchschnittlich 37,0 ct/kWh. Abgerufen 2026-10-12.
