Großer Speicher fürs Balkonkraftwerk: Lohnen sich 5 oder 10 kWh?
Mehr Speicher klingt nach mehr Ersparnis. Wir haben nachgerechnet, was die zusätzlichen Kilowattstunden kosten und was sie bringen — bei sonst gleicher Anlage, damit nicht die größeren Module den Vergleich gewinnen.
Für den Geldbeutel lohnt sich ein großer Speicher am Balkon fast nie. Die zusätzliche Kapazität spielt ihren Aufpreis in unseren Beispielen erst nach 9 bis 21 Jahren wieder ein. Am schnellsten rechnet sich in allen 3 Haushalten ein Set mit 2,5 kWh. Ein großer Speicher macht dich unabhängiger — das ist ein guter Grund, nur kein finanzieller.
Warum die zusätzlichen Kilowattstunden so wenig bringen
Ein Speicher kann nur Strom aufheben, den deine Module tagsüber übrig haben. Ein Balkonkraftwerk erzeugt davon nicht viel — und im Winter fast nichts. Der erste Teil des Speichers wird an vielen Tagen voll, die zusätzlichen Kilowattstunden eines großen Speichers nur an wenigen sonnigen Tagen.
Das zeigt sich daran, wie oft ein Speicher im Jahr rechnerisch einmal ganz geladen und entladen wird: die kleinen Speicher in unseren Beispielen 152- bis 266-mal, der 10-kWh-Speicher nur 95- bis 115-mal. Ein großer Teil der Kapazität steht also die meiste Zeit leer.
Der Vergleich bei gleichen Modulen
Gerechnet für Kassel, Süd-Ausrichtung, Aufstellung im Garten, vor allem morgens und abends zuhause, Strompreis 37,0 Cent — und drei Jahresverbräuche. Alle Preise stammen aus unserem Katalog, inklusive Halterung, soweit sie bekannt ist.
2.000 Wp Module: 2,7 kWh oder 5 kWh?
| Jahresverbrauch | Aufpreis großer Speicher | Mehr Ersparnis pro Jahr | Aufpreis wieder drin nach | Eigenversorgung klein → groß |
|---|---|---|---|---|
| 2.500 kWh | 772 €* | 68 € | 11,3 Jahren | 54 % → 62 % |
| 4.000 kWh | 772 €* | 84 € | 9,2 Jahren | 40 % → 45 % |
| 6.000 kWh | 772 €* | 47 € | 16,4 Jahren | 30 % → 32 % |
4.000 Wp Module: 2,1 kWh oder 10 kWh?
| Jahresverbrauch | Aufpreis großer Speicher | Mehr Ersparnis pro Jahr | Aufpreis wieder drin nach | Eigenversorgung klein → groß |
|---|---|---|---|---|
| 2.500 kWh | 2.948 €* | 143 € | 20,6 Jahren | 61 % → 76 % |
| 4.000 kWh | 2.948 €* | 230 € | 12,8 Jahren | 47 % → 63 % |
| 6.000 kWh | 2.948 €* | 222 € | 13,3 Jahren | 38 % → 48 % |
„Eigenversorgung" ist der Anteil deines Jahresverbrauchs, den die Anlage selbst deckt. Der große Speicher hebt ihn spürbar — die Rechnung zeigt nur, dass dieser Zugewinn teuer bezahlt wird.
Und wenn ich viel Strom verbrauche?
Das ist ein naheliegender Grund, groß zu kaufen — am Balkon trägt er nicht weit. Bei gleichen Modulen hängt der Nutzen des Speichers daran, wie viel Strom übrig bleibt — nicht daran, wie viel du verbrauchst. Wer viel verbraucht, nutzt mehr Solarstrom direkt und lässt dem Speicher eher weniger übrig. In unserer Tabelle bringt der 5-kWh-Speicher beim höchsten Verbrauch sogar am wenigsten zusätzlich.
Achtung bei Sets über 2.000 Watt
Große Speicher werden oft mit mehr Modulen verkauft. Über 2.000 Watt Modulleistung gilt die vereinfachte Regel für Steckersolargeräte (§ 8 Absatz 5a EEG 2023) nicht mehr — in unserem Vergleich betrifft das Solakon onPower Plus 4000 + Solakon ONE 2.11kWh und Anker SOLIX Solarbank 4 Pro + BP5000 (10 kWh) + 4000Wp bifazial. Was dann gilt, steht unter Mehr als 2.000 Watt und Speicher anmelden.
Wann ein großer Speicher trotzdem passt
- Unabhängigkeit ist dir mehr wert als die Rendite. Das ist eine legitime Entscheidung — sie kostet nur den Aufpreis in der Tabelle oben.
- Du planst ohnehin mehr Module. Mit mehr Erzeugung bleibt mehr für den Speicher übrig. Rechne dann aber die Anmeldung mit ein (siehe oben).
- Du bekommst die Mehrkapazität sehr günstig. Je kleiner der Aufpreis, desto kürzer die Zeit in der letzten Spalte. Ein starkes Angebot kann die Rechnung ändern — prüf es im Rechner mit deinem Preis.
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